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Forschungspapier veröffentlicht zur “Entwicklung eines tragbaren Systems zur Überwachung des Blasenfüllstands für Patienten mit neurogener Blase (NLUTD)”

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Dr. Jannik Lockl, CEO & Co-Founder von inContAlert, hat zusammen mit seinen Forschungskollegen vom FIM Research Center, Claudius Jonas, Robin Weidlich und Prof. Dr. Maximilian Röglinger, eine Forschungsstudie im renommierten European Journal of Information Systems veröffentlicht. 

Durch den zunehmenden Einsatz von Internet of Things (IoT)-Systemen im Gesundheitswesen ergeben sich neue Möglichkeiten, um physiologische Parameter in Echtzeit überwachen zu können. Im Fokus der Arbeit stehen Patienten mit neurogenen Blasenfunktionsstörungen (NLUTD = neurogenic lower urinary tract dysfunction), die in Folge von Krankheiten wie bspw. Parkinson, Multipler Sklerose, Blasenkrebs oder Querschnittlähmung keine Kontrolle über ihre Blase (mehr) haben. Gegenwärtige Lösungen, wie eine Katheterisierung bzw. Entleerung in vordefinierten Zeitintervallen, bergen nicht nur Risiken wie Harnwegsinfekte, sondern vor allem schwerwiegende gesundheitliche Folgeschäden bei regelmäßiger Überdehnung der Blase.

In der Studie entwickeln die Autoren entlang eines Design-Science-Research-Projekts Designprinzipien für tragbare IoT-Gesundheitsüberwachungssysteme (BLMS). Sie erstellen eine Softwarearchitektur für BLMS basierend auf den Designprinzipien und bewerten diese nach einem vierstufigen Evaluationsansatz. Die Evaluation beinhaltet Workshops mit Medizintechnikexperten, Interviews mit Betroffenen und Ärzten, einer prototypischen Implementierung der Softwarearchitektur, und einer Feldstudie mit Patienten. Der entwickelte Prototyp demonstriert, dass eine Extraktion von Informationen über den Blasenfüllstand durch die Kombination von Infrarotsensoren mit zusätzlichen Sensortechnologien möglich ist.

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die bestehenden Probleme neurogener Blasenpatienten, die aufgrund der fehlenden Kontrolle über ihre Blase Schwierigkeiten bei der rechtzeitigen Entleerung haben. Aktuelle Lösungen wie Ultraschallmessungen sind ungenau, sperrig und nicht alltagstauglich. Die entwickelten Designprinzipien und die Softwarearchitektur nutzen IoT-Technologie, um kontinuierlich präzise Informationen über den Blasenfüllstand zu liefern. Das tragbare IoT-System ermöglicht nicht nur eine präzise Überwachung, sondern trägt auch dazu bei, das Verhalten der Patienten positiv zu beeinflussen und das System in ihren Alltag zu integrieren.

Insgesamt präsentiert die Studie einen vielversprechenden Ansatz zur Bewältigung der Herausforderungen von Patienten mit neurogenen Blasenfunktionsstörungen durch die Integration von IoT-Technologie in die Gesundheitsversorgung. 

Die vollständige Publikation kann hier eingesehen werden: https://doi.org/10.1080/0960085X.2023.2283173

Das Ethik-Komitee der Universität Bayreuth gab der Studie ein positives Ethikvotum mit der Nummer Az.O 1305/1 – GB.

Die Studie wurde im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) mit folgender Nummer eingetragen: DRKS00026995.